Sport, Sport, Sport – eine Stadt bewegt sich
Erste Hildesheimer Sportmeile: Viele Kinder nutzen die Gelegenheit, in der City zu klettern, zu schlagen und zu schießen
Hildesheim (cwo). Hier flogen die Bälle, da gleich die kompletten Cheerleader: Hildesheims Innenstadt hat sich am Sonnabend in ein Spielfeld verwandelt. Mehr als 20 Sportvereine zeigten ihr Programm – und die Veranstalter der ersten „Sportmeile“ zeigten sich zufrieden.
Natürlich war Mitmachen angesagt, aber wer wollte, durfte auch zuschauen. So wie Hartmut Bodenburg, der am Pferdemarkt lieber aus einiger Entfernung auf den Hochseilgarten blickte. Und auf seine Tochter Michelle (11), die in vier Metern Höhe sicher angeseilt und begeistert über die Sprossen und Planken kraxelte. „Hat Spaß gemacht“, meinte sie später, ihr Vater aber winkte ab: „Nee, für mich ist das nichts.“ Derlei Erkenntnisprozesse zu beflügeln, war das Ziel vom Veranstalter HildesheimMarketing, der das Programm unter anderem unterstützt vom Kreissportbund und den Freundlichen Hildesheimern organisiert hatte. Auch wenn sich der Andrang in den Vormittags- und Mittagsstunden in Grenzen hielt, zog Boris Böcker am Spätnachmittag ein positives Fazit der ersten Sportmeile. „Wir sind zufrieden. Der Zuspruch war okay, und die Beteiligten waren durchweg guter Stimmung.“ Tatsächlich zog der Besuch im Laufe des Tages an. Vor allem bei den Vorführungen bildeten sich immer wieder Menchentrauben. Etwa, als sich die Cheerleader „Tigers“ vom MTV in der Scheelenstraße unter viel Applaus zu akrobatischen Pyramiden türmten und ihre „Flyer“ durch die Luft wirbelten. Dicht umlagert auch die Judoka von Eintracht Hildesheim und die Judo-Crocodiles Julian Stelzer (13) und Jan-Hendrik Köhler (14), die sich in der Almsstraße zu fernöstlichen Klängen auf die Matte warfen – und das im Zeitlupentempo. Eine kräfteraubende Show, die Kreisfachverbandspräsident Uwe Juch begeisterte: „Die beiden sind schon richtig gut.“ Andrang dann am Nachmittag auf dem Marktplatz. Da zeigten zum Beispiel Weltmeister Mohamed Farih (Farih Gym) und seine Schüler Kampfsport-Künste von Kung Fu bis Kickboxen, und Olympia-Camp-Organisatorin Claudia Leyer hatte die Teilnehmer desdiesjährigen Camps zum Singen des Fliegerlieds („Wie heißt das Liiiieeed?“) gebeten. Der Nachwuchs schmetterte munter mit. Ohnehin waren es die Jüngsten, die auf das Mitmach-Angebot eingingen. Daniel Renz aus Sorsum etwa, von Haus aus Fußballer, drosch bei den Red Thorns am Kaufhof schon recht eindrucksvoll auf den Baseball ein. Alles eine Frage der Übung? „Nö, das ist das erste Mal“, meinte der Junge zufrieden. Deutliche Leistungsunterschiede gab es in der Andreaspassage, wo der TTS Borsum seine Tischtennisplatten aufgebaut hatte. Die großen Talente Niklas Matthias (Deutscher Schülermeister) und Marius Hagemann (Deutsche Top zwölf Jugend) zeigten, was sie können. Das freute Teammanager Riekus Bruns („Unser Nachwuchs kommt!“), stellte Testspieler aber vor Hürden. Michael Elias etwa hatte trotz Tischtennis-Erfahrung im Doppel keine Chance. Zwar bekam er ein Lob von Hagemann („Ein paar Schläge hat er drauf, das merkt man schon.“), dann eilte er aber doch lieber wieder in sein Bettengeschäft. Ob es eine Fortsetzung der Sportmeile gibt, steht Boris Böcker zufolge übrigens noch nicht fest. Der Wunsch sei aber da: „Ob im kommenden Jahr oder nach einer Pause, das muss man sehen."
Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung Printausgabe vom 24. August 2009
| < Zurück | Weiter > |
|---|



