Coach Monty Beuster bringt die Nachwuchs-Baseballer der Red Thorns Hildesheim mit Kompetenz und frechen Sprüchen auf Trab
Hildesheim (mb). „Das sind keine Würfe, das ist Käse“, ruft Monty Beuster über den Platz. Die Jungen nehmen es ihm nicht übel, zumal der Trainer bei seiner Kritik schmunzelt. Wir sind beim Baseball – genauer gesagt beim Jugendtraining der Hildesheimer Red Thorns. Die Abendsonne scheint aufs Spielfeld, eine Fläche mit Rasen und Schlagfeldern (Bases).
Auf dem „Mount“, einem Hügel aus ro
ter Asche, steht der Pitcher in Person des 13-jährigen Jonah Willig bereit. Normalerweise muss er die kleine weiße Kugel in Richtung Catcher werfen, vor dem noch der Batter (Schlagmann) der gegnerischen Mannschaft steht, um die Kugel mit seiner Keule zurückzujagen. Doch heute lässt der Coach andere Spielsituationen trainieren. Der Pitcher wirft in Richtung erstes Base, wo ein Mitspieler den Baseball mit seinem ledernen Fanghandschuh auffängt. Monty Beuster hat das Training der Jungen im vergangenen Winter übernommen. „Damals waren wir nur acht Leute und konnten keine Mannschaft anmelden“, sagt er. „Ich brauche ja mindestens neun Spieler, sinnvoller wären 14, auf die ichmich verlassen kann“, fügt der 32-Jährige hinzu. Anfang April des nächsten Jahres hofft Beuster mit einer Juniorenmannschaft an den Start gehen zu können. Immerhin habe der Verein bei der Ferienpassaktion im Sommer zwei neue Spieler hinzugewinnen können. Beuster selbst spielt seit acht Jahren Baseball. „Als ich anfing, war ich aber eigentlich schon viel zu alt, um noch richtig gut zu werden“, räumt er ein. Jünger als zehn Jahre sollten die Spieler beim Baseball seiner Meinung nach aber auch nicht sein. „Wir hatten mal einen Siebenjährigen, der wusste mit der Gefährlichkeit des harten Balles noch gar nichts anzufangen“, erklärt er. Die Jungen der Red Thorns zeigen unter der Anleitung ihres Trainers einige Spielzüge. Taktik, Geschwindigkeit, Timing, Treffsicherheit, blindes Verständnis– auf all das kommt es bei jedemSpielzug an. „Besonders sportlich müssen die Spieler aber eigentlich gar nicht sein“, betont der Coach. Im Prinzip seien Leute gefragt, die werfen und fangen können. So seien beim Profi-Baseball Spieler mit einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm keine Selte
nheit. „Die eigentliche Herausforderung ist es, über drei Stunden beziehungsweise neun Innings die Konzentration zu bewahren“, so Beuster. „Den hätte ja sogar meine Oma gefangen“, schallt es aus der Kehle des Trainers, als einer der Jungen den Ball an sich vorbeifliegen lässt. Der nimmt die Kritik gelassen hin und fängt dafür die nächste Kugel. Ab und an fliegt der Baseball präzise von Base zu Base. Spätestens dann wird deutlich, dass Baseball ein Teamsport ist. Einzelaktionen gibt es kaum zu sehen. Enorm wichtig ist auch die Taktik. Wenn Co-Trainerin Stephanie Bornemann an der Mütze oder am Ärmel zupft, wissen alle Spieler, was sie zu tun haben. Was die einzelnen Zeichen zu bedeuten haben, darf natürlich nicht verraten werden. Bornemann gehört übrigens auch zur Landesliga-Herrenmannschaft der Red Thorns. „Es kommt durchaus öfter vor, dass Frauen bei den Männern mitspielen“, sagt sie. Sie selbst sei beimUni-Sport in Braunschweig, wo sie Maschinenbau studiert, erstmals mit Baseball in Berührung gekommen. Sie blieb dabei und wirbt für ihren Sport: „Jeder, der in unserer Juniorenmannschaft mitspielen möchte, ist willkommen.“ Trainiert wird montags und freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr auf dem Trainingsgelände des Post SV an der Zeppelinstraße 30. „Dort sind wir aber nur noch bis Ende Oktober und dann geht es in die Halle“, so Beuster.
Der Coach ist über die Rufnummer (01 70) 3 46 55 48 oder über E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur erreichen.
Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, Printausgabe vom 23.09.2011
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